Bergbaumuseum Siciliaschacht
Siciliastr. 9
57368 Lennestadt-Meggen

Tel.: 02721/81434 Dr.-Ing. B. Heide oder
Tel.: 02721/2257 Dipl.-Ing. H. Slotta

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www.bergbaumuseum-siciliaschacht.de

Öffnungszeiten:
Sonntag 15.00 - 18.00 Uhr
mit begleitender Führung
Gruppenführungen nach Vereinbarung

Eintrittspreise:
Erwachsene 2,50 EUR
Schüler und Jugendliche 1,00 EUR
Familien 5,00 EUR

Hinweis:
Zugang zu den meisten Räumen barrierefrei,
behindertengerechtes WC und Parkplatz vorhanden
 


Aktionen:

Geführte Wanderungen auf den "Wanderwegen durch die Meggener und Halberbrachter Bergbaugeschichte" - 4,3 und 3,7 km, auf Anfrage.

12.03.2017, 16 Uhr: "Landrat Freusberg und der Bergarbeiterstreik von 1911", Vortrag von Herrn Dr. Bruno Heide im Bergbaumuseum Siciliaschacht


"Südwestfalen macht Schule":

Das Bergbaumuseum Siciliaschacht ist mit zwei Lernprogrammen an der
Initiative "Südwestfalen macht Schule - Arbeitswelten im Blick" beteiligt.
Hier steht das Vermitteln relevanter Unterrichtseinheiten im außer-
schulischen Lernumfeld im Fokus.

Lernprogramm 1: "Von Bergen und Bergleuten" (Jahrgangsstufe 4 bis 7)

Lernprogramm 2: "Rohstoffe im Gestein" (Jahrgangsstufe 8 bis 10)

 


 

 

 

 

 

 

Das Meggener Bergwerk gehörte lange zu den bedeutendsten Schwefelkies-, Zinkerz- und Schwerspatgruben der Welt. Seine Anfänge reichen über 140 Jahre zurück. Seit 1890 wurde aus Meggener Schwerspat und Zinklauge das Weißpigment "Lithopone" in der Schwesterfirma Sachtleben Chemie in Duisburg-Homberg hergestellt.

1992 endete die Produktion wegen der Erschöpfung der wirtschaftlich gewinnbaren Erzvorräte. Das Museum ist in der ehemaligen, vollständig erhaltenen gebliebenen Schachtanlage "Sicilia" untergebracht und informiert mit zahlreichen Exponaten, gut verständlichen Texten und einem Film über die hier angewandten Abbauverfahren, die Aufbereitung des Erzes und die Weiterverarbeitung der Konzentrate. Eine der beiden Fördermaschinen kann in Betrieb gesetzt werden. In einem Stollen wird die Arbeit der Bergleute erklärt. Am Siciliaschacht beginnt auch der 4,3 km lange "Wanderweg durch die Meggener Bergbaugeschichte". Er folgt den Spuren, die der Bergbau in der Landschaft und in den Dörfern hinterlassen hat und informiert an Hand von 17 Schautafeln über die große Bedeutung des Bergbaus in der Region.

Die Schachtanlage

Zur unter Denkmalschutz stehenden und 2003 sanierten Schachtanlage Sicilia gehören:

  • die Markenkontrolle mit dem Informationszentrum
  • das Fördergerüst mit der Schachthalle und dem Fördergefäß
  • die beiden Fördermaschinen mit den Arbeitsplätzen der Maschinisten
  • die Kompressoren
  • die Grubenwarte
  • Grubenfahrzeuge

Die Geschichte

Die Entstehung des Meggener Erzlagers

Vor ca. 370 Mio. Jahren gelangten heiße metallhaltige Lösungen aus dem Erinnern über Spalten in das Meggener Becken mit einer Ausdehnung von etwa 3 x 3 km und bildeten dort das Erzlager: Schwefelkies (FeS2) mit Zinkblende (ZnS) und Bleiglanz (PbS) im Zentrum, am Rande umgeben von Schwerspat (BaSO4). Ein Modell der später durch gewaltige Erdkraft gefalteten Lagerstätte befindet sich im Raum des Bergmannstreffs.

Schwefelkies und Schwerspat als Rohstoffe für die Chemische Industrie

Seit der Mitte des 19. Jahrhundert wurde in der Chemischen Industrie Schwefelsäure benötigt, für deren Herstellung Schwefelkies als Rohstoff diente. So konnte sich ab 1852 in Meggen und Halberbracht der Abbau dieses Erzes entwickeln. Auch für den Meggener Schwerspat gab es ab 1890 Verwendung. Der Chemiker Dr. Rudolf Sachtleben produzierte in Duisburg-Homburg eine weiße Farbe (Lithopone) aus Bariumsulfat (Schwerspat) und Zinksulfid. Beides war in der Meggener Lagerstätte vorhanden.

Meggen – ein kriegswichtiger Betrieb

Bei fehlenden Importmöglichkeiten benötigte man Schwefelkies für die Produktion von Schwefelsäure. Durch zusätzlichen Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen wurde 1943/44 die Belegschaft auf über 4.000 Mann und damit die Fördermenge von Schwefelkies auf mehr als 1 Million Tonnen im Jahr erhöht.

Meggen als Metallerzgrube von 1963 bis 1992

Ende der 1950er Jahre ging der Absatz von Schwefelkies erheblich zurück, weil Schwefel als Abfallprodukt bei der Raffination von Erdgas anfiel.
Darum erfolgte 1962/63 in Meggen ein wichtiger Strukturwandel. In einer neuen Flotationsanlage konnten seitdem die mit dem Schwefelkies sehr fein verwachsenen Zink- und Bleisulfide zu Konzentraten angereichert und als solche an die Metallhütten verkauft werden. Das Zinkkonzentrat erbrachte den höchsten Erlös.

Der durch die Flotation angereicherte Schwefelkies (auch Pyrit genannt) wurde täglich in einem Sonderzug zur Schwefelsäureanlage von Sachtleben Chemie nach Duisburg-Homberg transportiert. Leider ging der Zinkgehalt im Roherz, der zunächst bei 10% Zink lag mit zunehmender Tiefe der Lagerstätte laufend zurück.
1982 enthielt das anstehende Erz nur noch weniger als 6% Zink, so dass ein wirtschaftlicher Bergbau nicht mehr möglich war. Am 31. März 1992 wurde in Meggen die letzte Arbeitsschicht verfahren. Die Vorräte von Schwerspat waren bereits im Jahre 1977 erschöpft.

Die Abbauverfahren

Die Entwicklung der Arbeitsmethoden von der schweren Handarbeit mit Kratze und Trog sowie dem Herstellen der Sprenglöcher mit Schlangenbohrern bis zur modernen Gleislostechnik mit dieselgetriebenen Fahrzeugen wird ausführlich dargestellt.

Da solche Großgeräte nicht mehr im engen Schacht 550 m tief transportiert werden konnten, wurde eigens eine nach unten geneigte Strecke – die Walther-Rampe – mit einem Gefälle von 1: 8 und einem großen Querschnitt hergestellt. Mit einer Länge von rund 5 km war dies einzigartig im deutschen Bergbau.

Die Aufbereitungstechnik und die Weiterverarbeitung der Meggener Produkte

Um das von den Bergleuten geförderte Erz verkaufen zu können, musste es in den Aufbereitungsanlagen angereichert und zu Konzentraten sortiert werden. Die Prinzipien der angewandten Verfahren, der „Schwimm- und Sinkscheidung“, sowie des „Flotationsverfahrens“ werden verständlich erklärt.
Wer an chemischen Prozessen besonders interessiert ist, findet Informationen über die Herstellung von Schwefelsäure, Zink- und Bleimetall sowie des Weißpigments Lithopone aus den Meggener Produkten.

Der Siciliaschacht

In der Schachthalle sieht man die Grundkonstruktion des Fördergerüstes und das Gefäß für die Erzförderung. Von hier aus ("Hängebank") fuhren bei der "Seilfahrt" auch die Bergleute mit einer Geschwindigkeit von 10 Metern in der Sekunde bis zur 11. Sohle (567 m tief).

Zwei Fördermaschinen

Mit ihrer Hilfe wurden täglich bis zu 5.000 t Erz und 1000 t Berge (Steine) im Schacht gefördert. Außerdem wurden bei der „Seilfahrt“ rund 400 Bergleute transportiert.

Die zum Antrieb vieler Maschinen unter Tage benötigte Druckluft (7 bar) wurde von 3 zweistufigen Kolbenkompressoren hergestellt.

Das Informationszentrum

In der ehemaligen Markenkontrolle am Siciliaschacht wird Wissenswertes rund um den Erzbergbau und die Verwendung der Metalle übersichtlich ausgestellt. Die Fülle der behandelten Themen und die eindrucksvolle Gestaltung laden zu mehreren Besuchen ein.

Nach dem Rückblick in die Bergbauvergangenheit von Meggen wird eine Übersicht anderer ehemaliger Metallerzreviere in Deutschland gegeben und es wird die Bedeutung des internationalen Bergbaus als Rohstofflieferant herausgestellt. Ein aktueller Einblick in die Metall- und Elektroindustrie des Kreises Olpe, in der ca. 16.000 Personen beschäftigt sind, rundet das Gesamtbild ab.

Der Wanderweg durch die Meggener Bergbaugeschichte

Am Informationszentrum beginnt auch einr bergbauhistorischer Wanderweg, auf dem Sie viele weitere interessante Einzelheiten selbst erwandern können. Auf 17 Schautafeln liefern Fotos, Zeichnungen und Texte spannende Informationen.

Sie erkennen, dass es zunächst verschiednen Gruben gab, deren Felder in den Jahren 1852-1854 auf Schwefelkies verliehen worden waren. Später erfolgte ein Zusammenschluss zu den beiden bergrechtlichen Gewerkschaften Siegena und Sicilia, 1906 bzw. 1913 erwarb der Chemiker Dr. Sachtleben die Mehrheiten an diesen Gewerkschaften, so dass von da ab ein gemeinsamer planmäßiger Bergbau möglich wurde. Neben dem Bergbau der Firma Sachtleben betrieb die Kali-Chemie AG Museumslandschaft Kreis Olpe im Bereich Wolbecke den Abbau von Schwerspat.

Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Parkplatz am Siciliaschacht. Für den etwa 4,3 km langen Weg sollten Sie sich zwei 2 Stunden Zeit nehmen, damit Sie die angebotenen Informationen in Ruhe aufnehmen können.

Endpunkt ist die Tafel 17 am Erbstolln in der Barbarastraße.

Für Autofahrer: Vom Endpunkt führt ein ansteigender Weg zurück zum Parkplatz. Falls Sie ihn meiden wollen, können Sie von Tafel 15 aus auf der Siciliastraße direkt bis zum Parkplatz laufen, um dann noch mit dem Auto zu den Tafeln 16 und 17 in der Barbarastraße zu fahren. Ein weiterer Weg, der sich im Osten anschließt – der Halberbrachter Wanderweg – ist in Vorbereitung.

Der Wanderweg kann jederzeit benutzt werden. Wanderungen mit Führungen werden rechtzeitig in der Presse bekannt gegeben. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Siciliaschacht.

Im Ortsteil Meggen Richtung Halberbracht (L 715). Am Ortsende links einbiegen und bis zum Ende der Siciliastraße durchfahren Aus Richtung Halberbracht am Ortseingang von Meggen rechts in die Siciliastraße einbiegen und bis zum Ende der Siciliastraße durchfahren. Parkmöglichkeiten direkt am Gebäudekomplex (auch für Busse).

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